Seniorenzentrum „St. Barbara“ offiziell eingeweiht  01.12.2016

Die ersten Bewohner des neuen Seniorenzentrums „St. Barbara“ in der Appenweierer Straße sind bereits am 1. September eingezogen. Am Freitagnachmittag – 14. Oktober 2016 - fand die feierliche Einweihung der neuen Einrichtung statt. Oberbürgermeister Matthias Braun sieht beispielhafte Kooperation.

Die ersten Bewohner des neuen Seniorenzentrums „St. Barbara“ in der Appenweierer Straße sind bereits am 1. September eingezogen. Am Freitagnachmittag – 14. Oktober 2016 - fand die feierliche Einweihung der neuen Einrichtung statt. Oberbürgermeister Matthias Braun sieht beispielhafte Kooperation.


Rund 160 Gäste waren der Einladung zur offiziellen Einweihung des neuen Seniorenzentrums „St. Barbara“ sehr gerne gefolgt. Mit einem feierlichen Gottesdienst und der Segnung des Hauses durch Weihbischof Dr. Michael Gerber begann der Nachmittag. Gerber erinnerte daran, dass die in einem Turm gefangenengehaltene Heilige Barbara dem Turm ein drittes Fenster hinzufügen ließ. Dies habe andere Ausblicke ermöglicht. Neue Perspektiven auf das Leben von älteren Menschen und eine neue Sichtweise auf das eigene Leben könne auch durch das neue Seniorenzentrum vermittelt werden. In persönlich gehaltenen Worten schilderte er intensive und bewegende Begegnungen mit älteren Mitmenschen.


Architekt Peter Thome (Mitte) übergab symbolisch den Schlüssel für das
neue Seniorenzentrum „St. Barbara“ an Oberbürgermeister Matthias Braun
als Vorsitzenden des Stiftungsrates des Spital- und Gutleuthausfonds
und Dr. Kristiane Schmalfeldt, Geschäftsführerin der „Wohnen und
Pflege Oberkirch“ gGmbH.

„Mit der Einweihung von „St. Barbara“ wird das bestehende Angebot in unserer Stadt um eine bedarfsgerechte und wohnortnahe Offerte für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, die auf professionelle Hilfe und Pflege angewiesen sind, ergänzt“, betonte Oberbürgermeister Matthias Braun in seinem Grußwort. Damit trage man der demographischen und gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung. Rund 6,8 Mio. Euro wurden für den Bau des neuen Gebäudes investiert. Enthalten ist darin die Heizzentrale. Hier haben die Stadtwerke Oberkirch ein Blockheizkraftwerk errichtet. Eine Förderung von 275.000,- Euro gab es durch die Deutsche Fernsehlotterie. 60 Pflegeplätze und zehn betreute Wohnungen sind so in den vergangenen Monaten im Zentrum der Großen Kreisstadt entstanden. Jedes der 60 Zimmer in den fünf Hausgemeinschaften hat eine Größe von 16,5 Quadratmetern. Architekt Peter Thome findet insbesondere „die Eingliederung in die örtliche Situation und den modernen Wohlfühlcharakter, den das Haus vermittelt,“ als besonders gelungen. Die Energie für das neue Gebäude wird dazu umweltfreundlich mit Erdgas erzeugt. Der Strom kann in der Einrichtung direkt verwendet werden. Zudem ist die Zuschaltung einer Photovoltaikanlage vorbereitet.


Weihbischof Dr. Michael Gerber berichtete in seiner persönlich gehaltenen
Ansprache von beeindruckenden Begegnungen mit älteren Menschen.

Neu ist das Konzept für „St. Barbara“. Aus Frankreich und den Niederlanden stammt die Idee der stationären Hausgemeinschaften. Mehrere Hausgemeinschaften werden unter einem Dach betrieben. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe bezeichnet diese Form der Seniorenbetreuung als vierte Generation der Altenpflegeheime. Die Bewohner sollen so lange wie möglich den Tagesablauf mitgestalten. Die klassische Pflege tritt dem gegenüber in den Hintergrund, obwohl die Versorgung der pflegebedürftigen Bewohner bedarfsgerecht erfolgt. Fünf Hausgemeinschaften mit je zwölf Bewohnern sind so in „St. Barbara“ entstanden. Damit in Oberkirch nach dem Alten- und Pflegeheim „St. Josef“ in der Stadtgartenstraße nun eine zweite Einrichtung für ältere Menschen der gemeinnützigen „Wohnen und Pflege Oberkirch“ entstehen konnte, haben sich verschiedene vertraute Akteure zusammengeschlossen. Zum einen der kommunale Eigenbetrieb „Bauland und Immobilien Oberkirch“ als Grundstückseigentümer. Zum anderen hat der „Spital und Gutleuthausfonds“ auf dem in Erbbaupacht übernommenen Grundstück das Wohn- und Pflegeheim errichtet. Dieser verpachtet das Objekt an den dritten Beteiligten, die „Wohnen und Pflege Oberkirch“ gGmbH als Betreiber. „Eine beispielhafte Zusammenarbeit“, wie Oberbürgermeister Braun betonte. „Oberkirch ist seiner sozialen Verantwortung gerecht geworden“, erinnerte Landtagsabgeordneter Willi Stächele daran, dass die Pflege älterer Menschen in der Stadt auf eine Tradition bis ins 15. Jahrhundert zurückblicken könne. Geschäftsführerin Dr. Kristiane Schmalfeldt stellte den Gästen kurz Haus und Konzept vor. Insbesondere freute sich über die große Resonanz auf den Tag der offenen Tür am vergangenen Sonntagnachmittag. Unzählige Oberkircher und auswärtige Gäste nutzten die Gelegenheit, um sich selbst vor Ort über „St. Barbara“ und dessen Angebote zu informieren. Musikalisch umrahmt wurde die Segnungsfeier von einem Bläserquintett der Stadtkapelle Oberkirch.


Pfarrer Lukas Wehrle